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Wenigstens
ein Jahr, bevor die
Entscheidung für eine
Ausbildung ansteht, sollte
man sich informieren und
beraten lassen. Ihr habt die
Berufsberatung in der
Schule, Eure Lehrer sprechen
mit Euch über den Weg ins
Berufsleben. Aber doch
machen sich viele erst
Gedanken über ihr Leben nach
der Schule, wenn sie schon
fast das Abschlusszeugnis in
der Hand haben. Woher kommt
das?
Nachwuchs:
Viele denken,
dass es bis dahin immer
irgendwie geklappt hat und
es danach so weitergehen
wird.
Kann
es sein, dass Ihr angesichts
negativer Medienberichte
Angst vor dem Schritt ins
Berufsleben habt?
Nachwuchs:
Ich bin jetzt
bald zehn Jahre zur Schule
gegangen. Danach ändert sich
der gesamte Alltag. Ob das
gut ist oder nicht, was da
wirklich auf einen zukommt?
Davor habe ich schon Angst.
Und wenn man zum Beispiel
Nachrichten sieht, erfährt
man auch immer die
Arbeitslosenzahlen. Da habe
ich Angst vor.
Viele
Jugendliche bewerben sich,
anscheinend wegen dieser
Angst, auf alles, was
irgendwo gemeldet wird, ohne
sich Gedanken über die
eigenen Stärken gemacht zu
haben. Ist das ein Weg?
Ich denke, es
ist besser, zielgerichtet
vorzugehen. Es macht
bestimmt keinen Sinn, einen
Beruf zu erlernen, an dem
man überhaupt keinen Spaß
hat. Dann lässt man die
Ausbildung ganz sicher
schleifen.
Wie
sieht das in Eurem
Freundeskreis aus?
Viele
von unserer Schule machen
ihre Ausbildung dort, wo sie
auch ihr Praktikum gemacht
haben, weil es ihnen dort
gefallen hat. Aber die
meisten aus unserer Klasse
machen noch ein paar Jahre
Schule, weil sich fast alle
noch unsicher sind, was sie
machen sollen.
Wir
machen so viele Aktionen,
die Jugendlichen sagen
wollen, dass sie zu uns in
die Ausbildung kommen
sollen. Aber viele gehen
weiter zur Schule und
versuchen, das Abitur zu
machen. Sagen wir zu leise,
dass Ihr kommen sollt?
Eigentlich
nicht, aber vielen wird es
zu früh ernst. Dann melden
sie sich lieber an einer
noch weiter führenden Schule
an und schauen erst noch mal
ein bisschen weiter. Viele
haben aber auch Angst vor
dem Berufsleben, weil sie
dann plötzlich selbständiger
sein müssen, mehr
Verantwortung für sich
selbst übernehmen müssen.
Lehrer:
Wir machen
viel zur Vorbereitung auf
das Berufsleben, aber am
Ende sagen die Schüler doch,
dass sie weiter zur Schule
gehen wollen. Erst wenn dann
die Absagen von den Schulen
kommen, fragen sich die
Jugendlichen, was sie machen
sollen. Ich habe nicht den
Eindruck, dass sie gezielt
in einen Beruf wollen. Im
Gegenteil: Sie schieben die
Entscheidung vor sich her
und meinen, das mit besseren
Schulleistungen kompensieren
zu können.
Aus
unserer Sicht ist das
inzwischen ein riesengroßes
Problem. Viele
Ausbildungsplätze bleiben
leer, weil die Unternehmen
nicht genügend Interessenten
finden. Dabei suchen sie
händeringend guten
Nachwuchs. Wir stellen fest,
dass sich immer mehr
Schulabgänger mit der
Fachoberschulreife für eine
Fortsetzung der schulischen
Laufbahn entscheiden, obwohl
sie zu diesem Zeitpunkt ein
gutes Zeugnis haben und auch
aus Sicht der Unternehmen
Ausbildungsreif sind. Nur
gut ein Drittel der 6.000
Jugendlichen, die jedes Jahr
in unserer Region eine
Ausbildung beginnen, haben
die Fachoberschulreife.
Ganze Klassenverbände
verschwinden in einer
weiterführenden schulischen
Laufbahn.
Wie
sieht das denn im Handwerk
aus?
Wer einmal in
Richtung Selbständigkeit
gehen will, hat im Handwerk
den kürzesten Weg. Aber die
Meisterschule und eine
Selbständigkeit schafft man
mit dem Hauptschulabschluss
sicher nicht so gut wie mit
einem Realschulabschluss
oder einem vom Gymnasium.
Man
darf aber auch nicht
vergessen, dass über die
Hälfte den Abschluss auf dem
Berufskolleg nicht schaffen.
Da ziehen also viele mutig
voran, scheitern aber auf
diesem Weg oder kommen mit
so einem schlechten Zeugnis
an, dass es ihnen mehr
schadet als es genutzt hat.
Die fehlen uns im Handwerk
ganz massiv und hätten es zu
einem früheren Zeitpunkt bei
der Bewerbung leichter
gehabt.
Aber
es hat ja auch immer
geheißen, wir sollen den
bestmöglichen Abschluss
machen, um die meisten
Chancen zu haben. Jetzt
hören wir, dass die
Fachoberschulreife genügt?
Das ist ziemlich verwirrend.
Von
dieser teilweise schon fixen
Idee, dass Ihr alle den
höchstmöglichen
Bildungsabschluss machen
müsst, müsst Ihr runter
kommen. Viele Unternehmen
wollen gar nicht mehr
unbedingt Leute, die Abitur
haben. Die gehen ihnen zu
oft nach der Ausbildung
wieder in Richtung
Universität flöten. Aber ein
Unternehmen braucht nicht
nur Häuptlinge, sondern auch
gute Indianer. Wir suchen
auch gut ausgebildete
Fachkräfte und da klappt die
Ausbildung schon mit dem
mittleren Bildungsabschluss.
Wie
soll man denn entscheiden,
welcher Schulabschluss der
beste ist?
Das Entscheidende ist: Ihr
braucht ein Ziel. Das kann
auch erst einmal ein
Etappen-Ziel sein. Die
Fachoberschulreife kann das
also genauso gut sein wie
das Abitur oder eine
Ausbildung. Die Frage ist,
was man mit seinem Abschluss
machen will. Und diese Frage
sollte man sich stellen,
bevor man drei Jahre in die
Schule geht, obwohl man den
damit erreichten Abschluss
für sein
Ziel
gar nicht braucht. In der
Sekundarstufe I war ich
ziemlich
unterdurchschnittlich.
Einen richtigen Schub habe
ich erst gemacht, als mir
klar war, dass ich studieren
will. Egal was. Ich wollte
finanziell unabhängig werden
und ein bisschen was von der
weiten Welt sehen. Da bekam
das Ganze auf einmal Drive.
Zielstrebigkeit erleichtert
das Vorwärtskommen immer
ungemein.
Also
durchquälen durchs Gymnasium
und irgendwie bestehen, ist
verlorene Zeit?
Den höchsten
Bildungsabschluss
anzustreben ist gut, aber
nicht um jeden Preis. Wenn
Ihr ein schlechtes Abitur
macht, konkurriert Ihr
danach bei der Bewerbung um
einen Ausbildungsplatz mit
denjenigen, die eine gute
Fachoberschulreife gemacht
haben. Was immer gut
ankommt, ist gut zu sein. Im
Gegenzug kommt es natürlich
schlechter an, schlecht zu
sein.
Das
Bildungssystem in
Deutschland ist so flexibel
und durchlässig, dass ich
mit 16 oder 19 noch nicht
die Entscheidung für mein
ganzes Leben treffen muss.
Wenn ich mit 16 eine
Ausbildung anfange, heißt
das nicht, dass das Thema
Allgemeine Hochschulreife
und Studium, Promotion damit
für immer erledigt ist. Ich
kann das auch zu einem
anderen Zeitpunkt machen.
Ich würde immer sagen:
Lieber da einsteigen, wo
ich jetzt die richtigen
Voraussetzungen habe.
Außerdem kann
man sogar während der
Ausbildung noch das Abitur
machen. Auch das ist
möglich. Da hat sich in den
letzten Jahren viel getan.

Auch sollte
man bedenken, dass
inzwischen selbst an den
Fach-Hochschulen
immer mehr Studiengänge
einen Numerus Clausus haben.
Auch an der Hochschule
Niederrhein haben nur noch
die Studiengänge Mechatronik,
Elektrotechnik, Informatik
und Verfahrenstechnik keine
Zulassungsbegrenzung.
Aber
wenn man Ihre Wege zu den
heutigen Positionen sieht,
haben Sie auch nicht gleich
ihre Ziele gefunden.
Das
stimmt. Deshalb haben wir
auch eine ganze Menge
Verständnis für diese
Situation und können
Jugendlichen bei dieser
Entscheidung wirklich
helfen.
Und was sind
die typischen Ratschläge?
Wenn man sich früh umsieht,
viele Gespräche mit
möglichst vielen Leuten
führt, dann findet man auch
den Beruf, der für einen der
beste ist.
Man muss sich diese
Entscheidung aber auch
erarbeiten. Dafür sollte man
sich klar machen, wo die
persönlichen Stärken sind
und welche Fähigkeiten man
vielleicht schon hat. Viele
Jugendliche beschäftigen
sich damit überhaupt nicht
mehr, gehen zur
Berufsberatung und meinen,
die können einem sagen, wo
es lang geht. Manchmal hilft
es, wenn man mit seinen
Freunden spricht: Was
glaubst Du, was ich
besonders gut kann, wo meine
Stärken sind? Denn oft sind
es Tendenzen, die sich im
Hobby oder im
ganz
persönlichen Bereich zeigen,
die Hinweise auf die
berufliche Entwicklung
geben. Und wenn man
versucht, das selbstkritisch
zu analysieren, dann kommt
man bei dieser Entscheidung
einen guten Schritt weiter.
Und Ihr solltet auch an die
Quelle von Informationen
gehen. Ich finde es schade,
dass die Jugendlichen oft
nur das Internet wählen und
nicht direkt zum Ort des
Geschehens gehen. Wenn Ihr
eine Frage zum Studium habt,
solltet Ihr zuerst zur
Hochschule gehen.
Auch von den Unternehmern
selbst bekommt man viele
wichtige und konkrete
Antworten. Der CHECK IN DAY
ist eine gute Gelegenheit,
Auszubildenden wie
Ausbildern viele Fragen zu
stellen.
Bei
350 verschiedenen
Ausbildungsberufen, über
2.500 Studiengängen ist das
Praktikum ein guter Weg,
einen Eindruck davon zu
bekommen, was gegebenenfalls
in der Ausbildung auf einen
zukommt. Wenn man am Ende
festgestellt hat, dass das
genau nichts ist, dann ist
auch das eine wichtige
Erkenntnis.
Habt Ihr denn schon
ungefähre Vorstellungen von
Eurem Berufsleben?
Bei uns im
Gymnasium ist das leider so,
dass zwar in der 8. Klasse
das Thema Berufsinformation
kommt, aber ein Praktikum
erst in der 11. Diejenigen,
die also jetzt in der 10.
mit dem Gedanken spielen,
eventuell eine Ausbildung zu
machen, die haben auf dem
Gymnasium gar keine
Möglichkeit gehabt, sich zu
orientieren. Vielleicht
sollte man da ansetzen und
ein Praktikum auch schon im
Gymnasium in der
Sekundarstufe I machen.
Natürlich könnte man in den
Ferien ein freiwilliges
Praktikum machen, aber dafür
braucht man einfach einen
Denkanstoß. Bei uns heißt es
eigentlich immer, dass wir
Abitur machen sollen, weil
alles andere nichts bringt.
Dann fehlt natürlich auch
die Motivation, solange man
denkt, dass man eh Abitur
machen will. Warum sollte
man denn dann zum Beispiel
ins Handwerk gehen und sich
ansehen, was ein Schreiner
macht. Dann kann ich auch
auf das Praktikum in der 11.
warten.
Mir ist schon lange klar,
dass ich etwas mit Kindern
machen möchte. Meine
wichtigste
Informationsquelle war zum
einen meine Mutter, zum
anderen habe ich im Internet
gegoogelt, was es da so
alles gibt. Und mein
Schulpraktikum habe ich in
einem Kindergarten gemacht.
So weiß ich auch, dass mir
die Richtung gefällt, aber
noch nicht, was genau.
Ich habe im Praktikum
gemerkt, dass mir die Schule
eigentlich Spaß macht.
Deshalb könnte ich mir gut
vorstellen, einfach nur die
Seite zu wechseln. Aber mir
ist eine Warnung in
Erinnerung, dass man das
besser nicht werden sollte,
weil das eben so viele
machen. Solche Informationen
verunsichern.
Wisst
Ihr auch, was die
Unternehmen von Euch
erwarten werden?
Dass
die Jugendlichen auch das
können, was sie in der
Schule gelernt haben. Aber
viele Sachen, die man
vielleicht in der 5. Klasse
gelernt hat, weiß man dann
schon gar nicht mehr.
Bestimmt aber auch so Dinge
wie Selbständigkeit,
Verantwortungsbewusstsein,
Teamfähigkeit.
Oder
sind es doch nur die Noten,
die entscheiden?
Zunächst
legen die Unternehmen fest,
welchen Schulabschluss sie
für mindestens nötig halten.
Dann wird geguckt, wie sehen
die Noten in den Kernfächern
Deutsch, Mathe, Englisch
aus.
Da
wünscht sich natürlich jedes
Unternehmen nach Möglichkeit
den Schüler, der möglichst
gute Noten hat. Mittlerweile
haben aber die Unternehmen
erkannt, dass gute Noten
alleine nicht das
Allheilmittel sind. Vielmehr
gilt: Das Können
dokumentiert ein Stück weit
die Schulnote. Aber das
Wollen, das zeigt die Art
und Weise der Bewerbung.
Worauf
kommt es denn bei der
Bewerbung an?
Nehmen wir zum Beispiel ein
kleines Unternehmen aus der
Region, das pro Jahr
vielleicht nur 200
Bewerbungen auf seine
Ausbildungsplätze bekommt.
Wenn der
Personalverantwortliche
schon beim Anschreiben
sieht, dass das irgendwo aus
dem Internet kopiert und der
Jugendliche das vermutlich
sowohl für die Bewerbung bei
der Gärtnerei wie bei einer
Werkstatt verwendet hat,
dann sagt der Entscheider
mit Sicherheit: Weg damit!
Das ist jemand, der
interessiert sich nicht
wirklich für uns.
Stimmt
es, dass in vielen Betrieben
inzwischen mehr auf die
Kopf- als auf die Schulnoten
gesehen wird?
Wichtig ist,
dass die schulischen Noten
nicht unter eine bestimmte
Schmerznote fallen. Bei den
Kopfnoten ist
es
so eine Sache. Die Betriebe
kennen die Schulen hier ganz
gut. Es gibt einige, die
geben einfach allen die
gleiche Kopfnote. Da geben
dann Unternehmer nichts mehr
drauf. Das worauf sie aber
immer achten und was ein
hundertprozentiges
Ausschluss-Kriterium ist,
sind unentschuldigte
Fehlzeiten.
Lehrer:
Das unterschätzen oft
besonders Jugendliche mit
guten
Noten in den Schulfächern.
Die meinen oft, sie seien ja
unheimlich gut und alles
andere wäre unwichtig. Und
dann haben sie auf dem
Zeugnis auf einmal eine Vier
in den Kopfnoten und das
heißt in Kopfnoten
unbefriedigend. Denn
unentschuldigte Fehlstunden
tauchen zwar auf dem
Abschlusszeugnis nicht auf,
werden aber unter
Sozialverhalten und
Leistungsbereitschaft
eingerechnet.
Auf
soziale Kompetenzen achten
die Ausbilder sehr.
Inzwischen halten sie über
20 Prozent aller
Schulabgänger meistens aus
Mängeln in diesen
Fähigkeiten für nicht
ausbildungsreif. Habt Ihr
eine Idee, woher das kommt?
Nachwuchs:
Wenn wir über
die Berufswahl im Unterricht
sprechen, geht es
eigentlich immer nur um die
fachlichen Voraussetzungen,
also dass wir den Stoff
beherrschen. Soziale
Kompetenzen kommen bei uns
überhaupt nicht vor. Bei uns
heißt es immer nur: Deutsch,
Mathe, Englisch – möglichst
Note Drei und besser. Und im
Kernfach wenigstens eine
Zwei. Aber so Sachen wie
pünktlich sein, gut
gekleidet kommen, freundlich
sein, das ist nie ein Thema.
Also entweder wird das
vergessen oder als
selbstverständlich
vorausgesetzt oder gedacht,
dass das die anderen Lehrer
schon mal erwähnt haben. Das
denkt dann jeder und keiner
macht es. Das ist meines
Erachtens ein großes
Problem.
Wie
sieht es mit Disziplin aus?
Angeblich sind Jugendliche
es nicht gewöhnt, pünktlich
zur Arbeit zu erscheinen.
Wie könnte man das
vermeiden?
Mit etwas
mehr Druck von den Lehrern.
Fehlverhalten muss
Konsequenzen haben. Wenn die
Lehrer es durchgehen lassen,
dass die Schüler zu spät
kommen, dass sie ihre
Hausaufgaben nicht machen,
dann können die Jugendlichen
das gar nicht lernen.
Ich finde aber das kommt
auch darauf an, wie das
Zuhause ist.
Wie
die Eltern so sind und was
sie ihren Kindern mitgeben.
Also ich zum Beispiel habe
die Einstellung, dass ich
das mit dem Gymnasium und
dem Abitur schaffen will.
Weil irgendwann will ich
sicher im Leben stehen. Es
hat insgesamt viel mit der
Selbsteinstellung zu tun.
Dass man sagen muss: Ich
will das.
Wie
ist das eigentlich bei Euren
Studienplänen? Wisst Ihr
denn was da auf Euch
zukommt? Ihr könntet
beispielsweise auch einmal
in Vorlesungen
reinschnuppern und an der
Hochschule Niederrhein ein
Praktikum machen. Wäre das
etwas für Euch?
Dass man das Leben an der
Hochschule ausprobieren
kann, davon habe ich noch
nie etwas gehört.
Hochschule
Niederrhein:
Das Modell
des Orientierungspraktikums
an Hochschulen war auch
zunächst vom
Wissenschaftsministerien so
ausgelegt, dass es nur für
Gymnasien gelten sollte. Wir
fanden das Modell aber so
gut, dass wir es an der
Hochschule Niederrhein als
Serviceleistung für die
ganze Sekundarstufe II
inklusive Gesamtschulen und
Berufskollegs eingeführt
haben. Denn auch uns, den
Hochschulen, ist daran
gelegen, dass die
Studienwahl durchdacht
getroffen wird.
Es
nützt auch uns nichts, wenn
ein Studium abgebrochen
wird. Wobei ich eines auch
in der Studienberatung immer
wieder sage: Man darf im
Lebenslauf auch einen Bruch
haben. Die Jugendlichen
stellen sich unglaublich
unter Druck, keine
Fehlentscheidung zu treffen.
Aber wenn man sich aus
dieser Angst heraus zu sehr
unter Druck setzt oder zu
lange zögert, dann ist das
eigentlich genauso schade
wie ein Abbruch.
Und
was ist mit den Vorhersagen,
welche Absolventen in
Zukunft gesucht sein werden
und welche nicht?
Blendet alle Prognosen aus,
bei denen es heißt, dass
dieser oder jener Beruf im
Moment nicht gesucht ist.
Ihr müsst Euch nur sicher
sein, dass Euch dieser Beruf
liegt. Zu meiner Zeit wurde
beispielsweise allen davon
abgeraten, Lehrer zu werden.
Es gebe sie wie Sand am
Meer. Alles Quatsch.
Heute
werden sie gesucht. Ich
würde mich immer für das
entscheiden, womit ich mich
am stärksten identifizieren
kann. Weil dann werde ich
gut. Und wenn ich gut bin,
habe ich alle Perspektiven,
mehr daraus zu machen.
Deshalb: Ihr müsst wissen,
wo Eure Interessen sind und
was Eure Stärken sind. Alles
andere ergibt sich dann.
Dann
danken wir Euch erst einmal
sehr herzlich, dass Ihr Euch
für unsere Fragen mitten
im Prüfungsstress so viel
Zeit genommen habt. Konnten
wir Euch denn auch ein paar
Erkenntnisse mitgeben?
Dass
man sich vielleicht doch
erst einmal überlegen
sollte, was man machen will,
bevor man das Abitur
unbedingt macht.
Wir können
Euch nur ermuntern zu sagen:
Ausbildung, warum nicht?
Riskiert es. Der Bedarf ist
da. |